Sexuelle Orientierung

Kennen Sie das? Sie sind mit Freundinnen unterwegs und fühlen sich völlig fehl am Platz, weil Sie sich als Einzige nicht für Männer interessieren? Sie kennen ihre beste Freundin seit Jahren, plötzlich empfinden Sie ein Kribbeln im Bauch wenn Sie sie sehen – heimlich? Sie sitzen gemeinsam vorm Fernseher und Ihr Vater lacht über einen Schwulenwitz, obwohl er weiss, dass Sie homosexuell sind? Sie sehen sich zum hundertsten Mal mit der Frage konfrontiert, „wer von ihnen Beiden nun der ‚Mann‘ und wer die ‚Frau‘ in der Beziehung ist“?

Gleichgeschlechtliche Anziehung, Gefühle und Verhalten sind normale Varianten der menschlichen Sexualität.

Wie kann ich Sie unterstützen?

Ich biete Psychotherapie für Menschen mit jeglicher sexueller Orientierung und arbeite mit der Methode des Psychodramas. Ich unterstütze Menschen im Finden ihrer sexuellen Orientierung, in ihrem Coming out-Prozess oder ihren alltäglichen Herausforderungen.


Ich arbeite in wertfreier und einfühlsamer Weise, wodurch Sie in geschützter Atmosphäre jegliche Anliegen zu Ihrer sexuellen Orientierung und ihrer Sexualität besprechen können.

Sexualität und Sexuelle Orientierung.

Frau liebt Frau, Frau liebt Mann, Mann liebt Mann, Mann, der sich als Frau fühlt, liebt Frau, und so weiter und so fort … Sexualität und sexuelle Identität ist ein fließender Prozess.

Unsere Sexualität gründet sich aus unserer sexuellen Orientierung, unseren sexuellen Handlungen und unserer Fähigkeit zu sexuellen Gefühlen.

Sexualität er-leben wir über unseren Körper, aber auch über unser Denken, Handeln und Fühlen. Unsere sexuelle Identität kann einen Einfluss darauf haben, wie wir uns mit uns selbst, mit unseren Beziehungen und unserem Platz in dieser Welt fühlen.

Sexuelle Orientierung

Sexuelle Orientierung ist eine Begriff, der die romantische, emotionale und/oder sexuelle Anziehung zu einer Person beschreibt.

  • Eine Person, die sich zu einer Person des gleichen Geschlechts hingezogen fühlt, wird als homosexuell bezeichnet – oder auch als schwul oder lesbisch.
  • Eine Person, die sich zu Personen des anderen Geschlechts hingezogen fühlt, wird eine heterosexuelle Orientierung zugeschrieben.
  • Personen, die sich von Menschen beider Geschlechter angezogen fühlen, werden als bisexuell bezeichnet.
  • Personen, die sich in keiner Weise sexuell zu jemanden hingezogen fühlen, werden als asexuell bezeichnet.
  • Personen, die biologisch einem Geschlecht zugeordnet werden, sich aber in ihrer körperlichen Identität als dem anderen Geschlecht zugehörig fühlen, werden als transident bezeichnet.

Das Konzept sexueller Orientierung umfasst sowohl die (gelebten) sexuellen Aktivitäten, als auch Gefühle und die eigene Identität.

Sexuelle Orientierung entwickelt sich im Laufe des Lebens. Sie kann immer gleich bleiben, sie kann aber an einem gewissen Punkt im Leben oder phasenweise eine andere Richtung nehmen, etwa wenn man sich bewusst wird, dass man homo-, hetero-, bi-, asexuell oder transgender ist.

Wie kann eine Psychotherapie helfen?

Psychotherapie kann die Gesellschaft vielleicht nicht verändern, sie bietet aber die Möglichkeit, in einem geschützten Raum ihre Erfahrungen, Erlebnisse und eigenen Einstellungen zu sich und ihrer Sexualität zu erkunden, um den für Sie passenden Umgang mit sich und ihrer Umwelt zu finden.

Das Ziel ist es, ein zufriedenstellendes Leben im Einklang mit ihrer sexuellen Identität zu finden.

Sexuelle Orientierung und ihre Herausforderungen.

Ich bin der Überzeugung, dass Menschen egal welcher sexueller Orientierung und Identität ein erfüllendes, aktives, vollwertiges Leben leben und tiefgreifende Partnerschaften und Liebesbeziehungen führen können.

Mit der immer umfangreicheren rechtlichen Anerkennung unterschiedlichster sexueller Orientierungen und Gender-Identifikationen, begeben sich immer mehr Menschen, die sich als lesbisch, homosexuell, bisexuell oder transsexuell identifizieren, in Psychotherapie.

Ein Grund dafür kann die eigene sexuelle Orientierung sein, jedoch können auch allgemeinerer Themen wie beispielsweise Beziehungsprobleme, Ängste, traumatische Erfahrungen etc. einen Anstoß dafür geben, Unterstützung durch eine Therapie zu suchen.

Im Alltag sind Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung immer wieder von Stigmatisierungen betroffen. In einer Gesellschaft zu leben, in der Heterosexualität, also die Sexualität und Partnerschaft zwischen Mann und Frau, als Norm gesehen wird, sind Menschen mit einer nicht- heterosexuellen Orientierung häufig mit großen Herausforderungen konfrontiert.

Homophobe Witze, ungleiche Behandlung, Diskriminierung, soziales Stigma, psychische, physische und sexuelle Gewalt sind die traurigen Erfahrungen vieler Menschen aus der LGBT-Community (Lesbisch-, Gay-, Bi-, Trans-Gemeinschaft).

Diese schmerzlichen Erfahrungen können dazu führen, dass sie

  • ihr eigenes Begehren verleugnen und keine zufriedenstellende Sexualität oder Partnerschaft leben
  • sich innerlich zurück ziehen und vereinsamen
  • anderen etwas „vorspielen“ und dabei sich selbst „verlieren“
  • Ängste und Unsicherheiten entwickeln, die sich wiederum nicht selten in einem übertrieben selbstsicheren Auftreten oder auch in extremer Schüchternheit äußern können
  • Depressionen oder andere psychische Erkrankungen entwickeln
  • Sich mit Suizidgedanken konfrontiert sehen

Jede Person muss für sich entscheiden, wie offen sie mit ihrer sexuellen Orientierung umgeht. Zu einer gesellschaftlichen Minderheit zu gehören kann oftmals zu massivem psychischen Stress führen.

Dieser kann ausgelöst durch immer wieder erlebte homophobe Angriffe und Ausfälle („Stammtischaussagen“) oder durch negative Ereignisse wie Verlust des Jobs, Probleme am Wohnungsmarkt, Ungleichbehandlung bei der Obsorge von Kindern, Ausschluss aus der kulturellen/religiösen Community und noch vieles mehr ausgelöst werden.

Was kann eine Psychotherapie für Angehörige leisten?

In einem geschützten Rahmen begleite ich Angehörige in der Auseinandersetzung mit ihren Vorstellungen, Ängsten, Wünschen, kurz gesagt im Umgang mit Menschen, die eine andere sexuelle Orientierung leben als sie selbst.

Angehörige.

Angehörige wünschen ihren Liebsten zumeist das Beste – die Vorstellungen, was das Beste für die jeweilige Person ist, decken sich jedoch nicht immer.

„Hallo Mama, ich bin lesbisch!“ „Schwesterherz, ich habe die Liebe meines Lebens kennen gelernt. Er heisst Bruno. Bruno und Andreas, klingt doch schön, oder?“, „Oma, ich möchte jetzt Alex genannt werden, nicht mehr Sandra!“

Die öffentliche Haltung zu Homo- Bi- und Transsexualität hat sich in den letzten Jahrzehnten in vielen Teilen der Welt verändert. Wurde sie früher als strafbar und als Krankheit gesehen, hat sich heute der rechtliche und der gesundheitliche Rahmen um 180 Grad verändert. Rechtlich wurde sexuelle Orientierung vollständig aus dem Strafgesetz gestrichen, es gelten die gleichen Rechte für alle Bürger und Bürgerinnen. Seit 2009 ist es für gleichgeschlechtliche Paare möglich, eine Lebenspartnerschaft einzugehen, die in den meisten Rechtsbereichen anerkannt wird. Gesundheitlich wird Homo-Bi- bzw. Transsexualität nicht mehr als krankheitswertig gesehen, und bedarf somit auch keiner Behandlung. Rechtlich und medizinisch hat sich Grundlegendes geändert, doch gesellschaftlich und in den Köpfen vieler Menschen hat sich diese veränderte Sichtweise nicht unbedingt durchgesetzt. Angehörige sind zumeist mit überkommenen Bildern, Vorurteilen, Ideen, etc. aufgewachsen, die oft nach wie vor wirken. Diese langjährigen, oft unhinterfragten Meinungen, kommen oftmals im Zuge eines Outings eines Familienmitgliedes oder einer Person aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis zu Tage und verursachen massive Konflikte und Kränkungen – manchmal auf beiden Seiten. Die Welt Angehöriger wird oftmals völlig auf den Kopf gestellt. Gefühle wie Schuld (was habe ich falsch gemacht?), Scham (was sagen die anderen dazu?), Trauer (über den vermeintlichen Verlust keine Enkelkinder zu bekommen), Angst (dass die Person ein schweres Leben hat, dass ihr etwas passiert..) sind einige mögliche Gefühle, die im Zuge des Coming-out-Prozesses des Kindes, des Partners/ der Partnerin etc. auftreten können. Diese Gefühle sind normal und nachvollziehbar und oftmals braucht es Zeit und eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen homophoben Anteilen, um sie zu überwinden. So wie die Entwicklung der sexuellen Identität ein individueller Prozess ist, so ist es auch für Angehörige ein Prozess, sich der nicht normativen (im mehrheitsgesellschaftlichen Sinn) sexuellen Orientierung des Kindes, der Beziehungspartner/ Beziehungspartnerinnen, Freunde etc. anzunähern.

Sexualität, sexuelle Präferenz und sexuelle Identität ist ein fließender, sich ständiger entwickelnder Prozess.